Stadtteilmagazin für Osdorf und Umgebung
Was ist geplant?
Das Olympiastadion und das Olympische Dorf sollen im Volkspark entstehen – wenn Hamburg tatsächlich den Zuschlag für Olympische und Paralympische Spiele bekommt. Es geht um mögliche Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin haben sich ebenfalls beworben.
Wird die Bevölkerung gefragt?
Ja. Voraussichtlich Ende Mai 2026 sollen die Hamburgerinnen und Hamburger in einem Referendum abstimmen, ob sie die Spiele in ihrer Stadt haben wollen. Bei der Olympiabewerbung 2015 hatte sich eine Mehrheit dagegen entschieden. Nach den erfolgreichen Spielen von Paris 2024 dürfte die Stimmung möglicherweise anders sein. Die voraussichtlichen Kosten will die Stadt vor dem Referendum bekanntgeben. 2015 hatte der damalige Bürgermeister Olaf Scholz ausrechnen lassen, dass Hamburg von 7,4 Milliarden Euro Gesamtkosten 1,2 Milliarden Euro tragen solle.
Wer bezahlt das geplante Olympiastadion in Bahrenfeld?
Wer die Kosten für das neben dem Volksparkstadion geplante Olympiastadion mit 60.000 Plätzen für die Leichtathletikwettbewerbe übernimmt, ist allerdings nicht ganz klar. Nach den Spielen soll es zu einer Fußball-Arena für den HSV umgebaut werden, und Konzerte, Tagungen sowie andere Veranstaltungen sollen für eine intensive Nutzung sorgen. Für den Senat zählt es aber nicht als Neubau. Es sei ohnehin geplant, weil der HSV sein Stadion jenseits der 2040er-Jahre so teuer sanieren müsse, dass man besser gleich ein neues baue. Im bisherigen Volksparkstadion sind die olympischen Schwimmwettbewerbe geplant. Ob es – was wenig nachhaltig wäre – nach Olympia abgerissen wird, ist nicht bekannt.
Wo sollen die Athletinnen und Athleten wohnen?
In der Science City Bahrenfeld, die knapp einen Kilometer vom Stadion unter anderem auf dem bisherigen Gelände der Trabrennbahn Bahrenfeld geplant ist. Wenn die Sportlerinnen und Sportler das Dorf verlassen, sollen dort 5.500 Studierende und 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einziehen.
Wie werden Science City und Olympisches Dorf angebunden?
Wer zur Science City will, soll sie ab den 2040er-Jahren mit der neuen S6, die auch in Lurup und dem Osdorfer Born halten wird, erreichen können (siehe Westwind 7-8/2025). Geplant seien für Olympia außerdem eine „weitere Stärkung des Radverkehrs“ und „autonom fahrende E-Shuttle“. Die S6 wird in der Pressemitteilung des Senats zur Olympia-Bewerbung nicht genannt. Dort taucht aber die Verlängerung der U5 bis zu den Arenen im Volkspark auf. Der U-Bahnhof soll ab 2029 gebaut werden. Zum Vergleich: In Hamburg betrachtet man München als härtesten nationalen Konkurrenten im Bewerbungsrennen. In der bayerischen Hauptstadt hat man eine neue U9-Strecke und eine Erweiterung der U4 geplant und will damit die Akzeptanz der Bevölkerung für das Referendum im Oktober erhöhen.
Was hat die Bevölkerung von Olympischen Spielen in Hamburg?
Im Bewerbungskonzept hat der Senat die Förderung des Breitensports, die Verbesserung der Sportinfrastruktur und den Ausbau der Bewegungsförderung für Kinder in den Mittelpunkt gestellt. Jedes Kind solle möglichst früh ein kostenloses Schwimmlernangebot erhalten und am Ende der Grundschulzeit sicher schwimmen können.
Was hat der Senat dafür getan?
Nachdem die Bevölkerung im Referendum 2015 gegen eine Olympiabewerbung gestimmt hatte, wurden zahlreiche Sportplätze und Sporthallen saniert oder neu gebaut. In Osdorf wurde die Anlage Kroonhorst für insgesamt 3,15 Millionen Euro saniert, in Lurup das Stadion am Vorhornweg gebaut. Außerdem wurde die Dreifeld-Sporthalle der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule neu gebaut. Wenig ist allerdings bei den öffentlichen Schwimmhallen passiert. „Mindestens zwei Jahre beträgt die Wartezeit für unsere Schwimmkurse, die wir gemeinsam mit dem SV Lurup anbieten. Corona hat es noch schlimmer gemacht. Die Eltern müssten ihre Kinder fast nach der Geburt anmelden, bis man irgendwann drankommt“, sagt Thorsten Schlicht. Der Vorsitzende des SV Osdorfer Born bemängelt, dass es an Bahnenzeiten in öffentlichen Schwimmbädern und ausgebildeten Übungsleitenden mangelt.
Matthias Greulich