Stadtteilmagazin für Osdorf und Umgebung

„Ich liebe es, Projekte zu entwickeln“

Evija Briede ist die neue Leiterin der Elternschule Osdorf

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Sie tritt in große Fußstapfen, sagt sie, denn „Andrea Hitter war eine Institution“ – und nun ist sie, Evija Briede, Leiterin der Elternschule Osdorf und somit Nachfolgerin jener „Institution“ geworden.

Nach sieben Jahren als Verantwortliche für die Ganztagsbetreuung an der Grundschule Groß Flottbek hatte sie das Interesse, noch intensiver mit Kindern und Eltern mit Migrationserfahrungen zu arbeiten. „Wenn ich diesen Menschen begegne“, so Evija Briede, „fühle ich mich sozusagen 25 Jahre zurückgeworfen und kann mich in die Leute einfühlen. Mit 19 Jahren habe ich meine Heimat Lettland verlassen, um ein Auslandsjahr als Studentin und Au pair in Deutschland zu verbringen. Ich bin damals ohne Deutschkenntnisse und ohne Kenntnis der Behördenstrukturen hierhergekommen. Neben meinem Studium der Medientechnik habe ich in sozialen Berufen gearbeitet, habe daran Freude gefunden, schließlich umgesattelt und habe eine Ausbildung zur Erzieherin und verschiedene Zusatzausbildungen abgeschlossen.“

Als Aufgabe der Elternschule sieht sie es an, die Menschen zu begleiten, zu beraten und sie auch gezielt weiterzuleiten zu Einrichtungen, in denen sie weitere Unterstützung finden. „Ich liebe es, Projekte zu entwickeln, ich freue mich, wenn ich sehe, dass mein Einsatz zu positiven Ergebnissen führt, so dass ich am Abend mit einem Lächeln nach Hause gehen kann.“
In ihrer Tätigkeit kommt es Evija Briede auch zugute, dass sie die Menschen, die zu ihr kommen, in unterschiedlichen Sprachen ansprechen kann: in Deutsch, das sie im Übrigen perfekt beherrscht, und Lettisch, in Russisch und Englisch. Und die Tatsache, dass sie als Kind im Sowjetregime und als Jugendliche im unabhängigen Lettland aufgewachsen ist und nun mit ihrem deutschen Ehemann und zwei Kindern in Deutschland lebt, trägt sicherlich dazu bei, dass sie auf unterschiedliche Biografien und Erfahrungen und widersprüchliche Wertvorstellungen eingehen kann.

In ihrer Tätigkeit fühlt sie sich sehr gut unterstützt durch die vielfältige Kooperation der Einrichtungen im Bürgerhaus und im Osdorfer Born insgesamt wie auch durch die kurzen Wege vor Ort, und sie weist abschließend auf zwei Projekte hin, 
die ihr besonders am Herzen liegen: das Kochprojekt „Matjes trifft Kichererbse“ und das im Juli beginnende Bauchtanz-Angebot. Im Übrigen, betont sie, „bin ich immer offen 
für Neues“.
 

Frieder Bachteler

Evija Briede

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