Stadtteilmagazin für Osdorf und Umgebung

Osdorf ohne „Osdorf“

Dr. Christiane Borschel verlässt Osdorf – für die Mitgliederzeitung „Osdorf“
des Bürger- und Heimatvereins gibt es keine Nachfolge
 
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„Heimatblatt“ hieß die Vereinszeitung des „Bürger- und Heimatvereins Osdorf e. V.“ früher; seit vielen Jahren trägt sie den bescheidenen Titel „Osdorf“. Diese Bescheidenheit könnte man als nicht untypisch für Dr. Christiane Borschel ansehen, die seit mehr als 20 Jahren für die monatliche Herausgabe der „Mitteilungen“ des Vereins verantwortlich zeichnet. Als einzige Redakteurin hat sie neben der gesamten Erstellung des Blattes stets auch Artikel und Berichte verfasst und ist zu einer verlässlichen Chronistin der vielfältigen Aktivitäten im Stadtteil Osdorf geworden, ohne sich selbst dabei in den Vordergrund zu rücken.

Nun hat Christiane Borschel mit der Juli-Ausgabe ihr letztes „Osdorf“-Heft erstellt, und wie die Dinge liegen, wird es zugleich das allerletzte Heft überhaupt sein. Trotz intensiver Suche der Redakteurin wie des gesamten Vorstands des Bürger- und Heimatvereins hat sich niemand gefunden, der die Herausgabe der Vereinsmitteilungen übernehmen würde. Anstelle des monatlichen Hefts sollen die Mitglieder vier Mal im Jahr ein Rundschreiben erhalten. Da auch nicht alle Vorstandsposten des Vereins besetzt werden konnten, sieht die scheidende Redakteurin die Zukunft des Vereins insgesamt in Gefahr.
 

„Ich habe das Vereinsheft stets mit großer Freude herausgegeben“, schreibt Christiane Borschel in ihrem letzten Artikel, mit dem sie sich von den Mitgliedern des Vereins verabschiedet. Man spürt die Begeisterung für ihre Arbeit und für den Stadtteil, wenn sie von ihrer langjährigen Tätigkeit erzählt. Vom damaligen Vereinsvorsitzenden Dr. Jarms wurde sie einst für die Mitarbeit im Vorstand geworben und übernahm dann von ihrem Vorgänger Erwin Koops die Vereinszeitung; in unzähligen Artikeln hat sie nicht nur über die Vereinsaktivitäten berichtet, sondern auch Traditionen und Gebräuche beschrieben und vielerlei Wissenswertes vorgestellt.

„Osdorf hat sich in diesen mehr als zwanzig Jahren sehr entwickelt“, sagt sie, „durch die Neubaugebiete weg vom dörflichen Charakter, viel Verkehr ist hinzugekommen, viele der kleinen Geschäfte, etwa für Schmuck, Schuhe, Radios, Wäsche und anderes gibt dagegen es nicht mehr.“ Der Bürger- und Heimatverein hat immer noch mehr als 500 Mitglieder – doch es fehlt an jungen Menschen, es fehlt an Ehrenamtlichen, es fehlt, wie auch in anderen Vereinen, an Menschen, „die mitmachen“. Christiane Borschel ist dennoch zuversichtlich, dass viele der traditionellen Veranstaltungen in Osdorf – Kinderfest, Skatturnier, Erntedankfest, Adventskaffee und andere – mit Hilfe der Gätgens-Stiftung auch weiterhin stattfinden werden.

 Nach 58 Jahren: die letzte Ausgabe

Nach 23-jähriger Tätigkeit als Schulsekretärin im Gymnasium Hochrad ist Christiane Borschel im Juni dieses Jahres in den Ruhestand getreten und von Schulleitung, Kollegium und Schülerschaft „mit großem Bahnhof“ verabschiedet worden. Das Ehepaar ist im Sommer nach Göttingen gezogen, eine Stadt, „in der Wohnen nicht so teuer ist wie in Hamburg“ und in der sie Verwandtschaft haben. Außerdem hat Christiane Borschel einst in Göttingen studiert und kann sich gut vorstellen, ein „Altersstudium“ in Germanistik aufzunehmen. 

Den Kontakt zu Hamburg und zu Osdorf werden sie und ihr Mann aber nicht verlieren: Die langjährige Tradition, dass sie und vier befreundete Ehepaare einmal im Jahr gemeinsam verreisen, soll unbedingt bestehen bleiben!

Der Westwind wünscht Dr. Christiane Borschel und ihrem Mann einen glücklichen Beginn an ihrem neuen Wohnort und für die Zukunft alles Gute.

Frieder Bachteler

 Dr. Christiane Borschel

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