Stadtteilmagazin für Osdorf und Umgebung
Am letzten Freitag im Juli bot sich am Nachmittag ein ungewöhnliches Bild auf der Dinowiese, gleich neben dem Denkmal Zukunft bleibt! Dort waren ziemlich viele Menschen zu sehen, die ein Picknick unter freiem Himmel, in der Mitte des Borns, zwar nicht auf ausgebreiteten Decken, sondern an Biertischen sitzend und teilweise unter Zelten genossen. Ein ziemlich leckeres Picknick sogar, bereitgestellt von dem Foodtruck der „2 Chefs“. Und untermalt durch tolle Musik von Musikern der Welcombo-Band. Miteinander ins Gespräch kommen war das das erklärte Ziel der Veranstaltung, und zwar ganz direkt und in einer angenehmen Umgebung.
Für ungefähr 150 Menschen – so viele Picknick-Portionen wurde in den ersten 90 Minuten ausgegeben – hat diese einfach klingende Idee offenbar funktioniert: gemütlich essen und reden, draußen in der Quartiersmitte. Zur Anregung des Miteinander-Sprechens wurden ein paar Fragen auf farbigen Blättern und Stifte auf die Tische gelegt: Was beschäftigt dich? Was gefällt dir an deinem Stadtteil? Was fehlt dir in deinem Stadtteil? Was wünscht du dir für das Leben am Born? Hättest Du Lust, etwas selbst mitzugestalten? Und auch diese Idee ging auf: Die bunten Blätter mit vielfältigen Antworten flatterten im Wind, an Wäscheleinen aufgehängt und für alle zu sehen.
Die Antworten sollen die Basis für eine weitere Veranstaltung der AG Osdorf Leben am 7. Oktober, 16.30 Uhr, im Bürgerhaus Bornheide bilden, die dann im Rahmen der Altonaer Vielfaltswoche stattfindet. Die AG Osdorf Leben hat sich zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr ein Projekt zu organisieren, das die Thesen der Altonaer Deklaration für Vielfalt und Demokratie und gegen Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit für Bewohner:innen des Osdorfer Borns praktisch erlebbar und erfahrbar machen möchte. Osdorf Leben reagiert damit auf eine zunehmend zu beobachtende Polarisierung, Spaltung und Vereinzelung von Gruppen und Vereinsamung Einzelner – und zwar über alle Altersgruppen hinweg. Bestehende Möglichkeiten der Begegnung und des Live-Austauschs werden zu wenig wahrgenommen und verringern sich immer mehr. Das Picknick war ein gelungenes Beispiel für so einen Begegnungsort, wenn auch nur für einen Nachmittag. Für die AG eine wichtige Erkenntnis, sie will daran anknüpfen.
Die Veranstaltung wurde gefördert durch den Aktionsfonds der Partnerschaften für Demokratie und Vielfalt Altona.