Stadtteilmagazin für Osdorf und Umgebung

40 Jahre Bornpark 

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Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Osdorfer Borns war die Feldmark von Beginn an ein beliebtes Freizeitgebiet. Alte Feld- und Knickwege führten durch Weiden mit Kühen und Pferden. Düpenau, Luruper Moorgraben und ein Badesee sowie das Torfgebiet Deesmoor im Norden boten zusätzliche Anreize.

Nach dem Bau eines Stauwehrs entstand aus dem Deesmoor ein Rückhaltebecken, das Helmuth Schack für das Optimistensegeln mit Kindern nutzen konnte. Dem Ortsamtsleiter Blankenese, Karl-Heinz Krahn, war klar, dass das alles nicht ausreichte.1970 ließ das Ortsamt zwischen Böttcherkamp und Luruper Moorgraben einen 10 m hohen Rodelberg aufschütten. Es fehlte weiter an Spiel-, Sport- und Erholungsflächen für verschiedene Altersgruppen.

Auf Antrag des Bezirksamtes stellte die Bürgerschaft 1979/1980 2,5 Mio. DM für die Verbesserung des Freizeitwertes bereit. Zunächst wurde davon das rd. 105.000 qm große Wiesengelände östlich des Sees angekauft. Im Oktober 1979 kam es zu einer ersten Mitmachaktion vor Ort. Viele der 80 Teilnehmer hatten die Sorge, alles sei vorgeplant und für eigene Ideen bleibe wenig Raum. Pastor Bethge fasste das Ergebnis so zusammen: „Erhaltet uns das letzte Grün hier am Rande unserer Betonsiedlung, nehmt uns nicht die schönen Wiesen mit den Kühen weg. Lasst uns große Flächen haben, damit wir und unsere Kinder ungehindert toben und Drachen steigen lassen können. Beseitigt die Zäune und gebt uns Freiheit und Zeit zum Benutzen, Ausprobieren, zum eigenen Gestalten!“

Der Ortsausschuss reagierte mit einer „ZAUN-AUF-AKTION“. Abgeordnete und einige Bürger beseitigten am 12.4.1980 einen Teil der alten Wiesenzäune. Eine zweite Anhörung am 15.4.1980 verlief positiv. Der Gartenarchitekt Uwe Isterling hatte für das Bezirksamt die Planung des erstmals „Born-Park“ genannten Geländes übernommen und ihm gelang ein einvernehmlicher Entwurf. Es sollte Spielgeräte für Kinder geben, eine Festwiese für Versammlungen mit einer Bühne für Aufführungen und Musikveranstaltungen, Grillplätze und andere Aufenthaltsflächen, eine BKS-Bahn, eine schwankende Hängebrücke über den Luruper Moorgraben, ein einfaches Restaurant, verbunden mit einer Toilette, auch eine Hundewiese und vielleicht eine Tierfarm. Das Rückhaltebecken sollte ausgebaut werden, mit einem Pavillon, mit einer Insel und einem Sumpfteil als Schutzzone im Süden. Mit der Pflege der Ufer wurde die Angler-Interessen-Gemeinschaft betraut. Sie erhielt auch Fischereirechte an sechs Uferstellen. Der Rodelberg sollte auf 30 m erhöht und um eine kurvenreiche Piste erweitert werden. Auch wenn die Garten- 
und Friedhofsabteilung Altona finanziell nicht alles realisieren konn-
te: Der Bornpark machte 1982 einen einladenden Eindruck. Die „Original Hamburger Jungs und Deerns vom Osdorfer Born“ (gegr. 1978) nahmen das zum Anlass, das Areal mit Pauken und Trompeten zu eröffnen.

Am 12.10.1982 ließen der Vorsitzende des SPD-Distrikts Osdorf, Ingo Sengebusch, und der Bezirksabgeordnete Hasselwander (CDU) nahe der Brücke über den Luruper Moorgraben aus Anlass der Einweihung eine Eiche pflanzen, die inzwischen zu einem stattlichen Baum herangewachsen ist. Zu dem Termin war auch die Witwe von Helmuth Schack eingeladen; Helmuth Schack war im Jahre vorher gestorben.

Der Politik und anderen Beteiligten ging das wohl etwas zu schnell. Vertreter der Behörden luden zum 20.6.1986 „anlässlich der Fertigstellung des Bornparks“ nochmals zu einer Feierstunde am Parkeingang ein, „um das Gelände der Öffentlichkeit zu übergeben“. Sie konnten bei einem Rundgang feststellen, dass die Öffentlichkeit den Park längst in Besitz genommen hatte.

Der Kinderspielplatz wurde 2017/2018 grundlegend überholt und völlig neu gestaltet, gefördert durch das RISE-Programm. Die Festwiese wurde zu einem Obstgarten weiterentwickelt. Der Pavillon am Südufer beginnt langsam sein Dach zu verlieren. Am Parkeingang standen einst zwei Pfahlschilder, eines neben der Eiche („Helmuth-Schack-See“), ein weiteres am Parkeingang Böttcherkamp („Bornpark“). Beide Schilder sind leider verloren gegangen.

Gerhard Sadler

Kasperltheater 1972 vor dem neu aufgeschütteten ersten Rodelberg
Eiche im Bornpark

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